VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Annika  |  Chantal  |  Charlotte  |  Feli  |  Franzi  |  Fritz  |  Hanna  |  Laura H  |  Laura M  |  Lena  |

Lina  |  Maida  |  Mareike  |  Matthis  |  Merlit  |  Miri  |  Paul  |  Pauly  |  Rebekka  |  Renke  |  Tabea  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Die erste Schulwoche

Autor: LauraHartmann | Datum: 09 Oktober 2017, 20:35 | 1 Kommentare

Letzten Montag war endlich Schulstart und damit für uns die erste Woche, in der wir unserer Aufgabe für das kommende Jahr nachgingen. Dementsprechend war diese Woche von sehr vielen neuen Eindrücken geprägt, die ich nun versuchen werde einigermaßen strukturiert wiederzugeben – auch wenn mir das sehr schwer fallen wird, es gibt einfach so viel zu erzählen!

 

Am Collège Protestant gibt es zurzeit sechs Jahrgänge mit jeweils zwei Klassen, mit insgesamt mehr als 600 Schülern (das ist nur eine ungefähre Hochrechnung von uns). Die Klassenstufen entsprechen den Jahrgängen, die wir von der Realschule kennen, also der fünften bis zehnten Klasse. Die zehnte Klasse schließt man mit dem „Abitur 1“ ab, danach folgt noch die Klasse „Terminal“, die man mit dem „Abitur 2“ abschließt. Das Abitur 2 berechtigt einen zum Studium. Da das Collège Protestant in Naolo erst 2012 gegründet wurde, wird es die Terminal aber erst im nächsten Jahr an der Schule geben. Ein weiterer Unterschied ist die Betitelung der Klassen, die mich in Moment auch jedes Mal noch nachdenken lässt. Die 6eA (sixième A) und 6eB entspricht bei uns der 5a und 5b, dementsprechend die 5e (cinqième) der sechsten Klasse und so weiter. Die ältesten Schüler sind hier also in der ersten Klasse.

Die Schule befindet sich auf einem sehr großen Gelände, das etwas mehr als fünf Minuten Fußweg von uns entfernt liegt. Sie besteht aus drei Gebäuden, in denen sich jeweils vier Klassenräume befinden. Ich finde man kann die Schule sehr schwer beschreiben, da der Aufbau wirklich anders ist, als wir es aus deutschen Schulen gewöhnt sind, deswegen werde ich versuchen (ich hoffe, das Internet spielt mit) bald Fotos von der Schule hochzuladen, damit man sich alles was ich so schreibe ein bisschen besser vorstellen kann. Jeden Montag startet die Schule mit einem einstündigen Gottesdienst. Dazu versammeln sich alle Schüler und Lehrer auf dem angrenzenden Fußballplatz vor der Schule und um halb acht fängt die erste Stunde an. Montags endet der Unterricht um kurz vor 12, die anderen Tage um halb zwei. Von Dienstag bis Freitag fängt der Unterricht um zehn vor sieben an – für uns bedeutet das also leider um fünf Uhr aufstehen, aber da gewöhnt man sich wahrscheinlich auch dran. Generell stehen die Einheimischen hier eher zwischen 4 und 5 Uhr morgens auf, während wir die letzten Wochen ausgenutzt hatten um auszuschlafen.

 

Unsere Aufgabe ist es, den Schülern der 6e bis hin zur 3e Deutschunterricht zu geben. Dabei handelt es sich aber nicht um ein benotetes Schulfach, sondern eher um eine verpflichtende AG. Erst in den oberen beiden Stufen wird offiziell Deutsch unterrichtet und dann natürlich von einem ausgebildeten Lehrer. Die Schule hat einen Deutschlehrer, Monsieur Woglo, mit dem wir in Moment viel zusammen arbeiten. Er erklärte uns, dass unser Unterricht dazu diene, die Schüler auf den richtigen Deutschunterricht in der Oberstufe vorzubereiten und den Schülern so den Einstieg zu erleichtern. Unser Stundenplan besteht aus 12 Unterrichtsstunden, die wir selber geben, und 6 Stunden, die wir begleiten. Jede Klasse hat somit einmal in der Woche für 45 Minuten Deutschunterricht. In den Stunden, die wir begleiten, sitzen wir bei Monsieur Woglo mit im Unterricht und schauen uns an, wie er den Unterricht gestaltet. Das hilft wirklich sehr, da einem erst dort auffällt, wie selbstverständlich einiges für uns ist, für die Schüler/-innen aber natürlich nicht und bei manchen Grammatikfragen sind selbst wir überfordert. Es ist wirklich beeindruckend, wie fließend Monsieur Woglo Deutsch spricht und was für einen großen Wortschatz er hat, ohne jemals in Deutschland gewesen zu sein. Zusätzlich zu unseren jetzigen Stunden, bekommen wir ab nächste Woche noch Französischunterricht zusammen mit der 6e. Ich hoffe wirklich, dass das mein Französisch weiter voranbringt und bin deswegen sehr froh, dass wir diese Möglichkeit haben. Da unser Vormittag vor allen Dingen am Montag und Donnerstag noch nicht sehr ausgeplant ist, wollen wir bald fragen, ob wir an den beiden Tagen noch im Kindergarten mithelfen können.

 

Das erstmal zum Allgemeinen, jetzt aber zu unserem ersten Schultag: Da um 6:35 der Gottesdienst beginnen sollte, trafen wir um kurz vor halb sieben pünktlich bei der Schule ein. Weil wir nicht wirklich wussten was jetzt genau passierte, standen wir dort ein bisschen verloren in der Gegend herum, da niemand Zeit hatte um uns über den Ablauf aufzuklären. Zu dem Zeitpunkt als wir eintrafen, war zwar schon einiges los am Schulgebäude, aber die meisten Lehrer und Schüler kamen doch später als wir. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung begann dann der Gottesdienst, aber ich schätze dass lag nur daran, dass heute der erste Schultag war – wie sich später herausstellte dient der nämlich nur zur Vorbereitung und der Unterricht findet erst am nächsten Tag statt. Für den Gottesdienst stellten sich die Schüler/-innen zunächst alle nach Jahrgangsstufe und Klasse auf, bevor der Pastor mit dem Gottesdienst begann. Danach wurden wir vom Schuldirektor, Monsieur Kudzo Alotsi, vor den gesamten Schülern vorgestellt. Er erzählte kurz, dass wir die neuen Deutschlehrerinnen seien und fügte hinzu, dass wir zwar den Schülern etwas beibringen wollen, aber wir auch noch sehr viel von ihnen lernen möchten und müssen, und ich finde, dass das das Ganze wirklich gut beschreibt. Anschließend wurden auch alle anderen Lehrer noch kurz nach vorne geholt und von den Schülern mit Applaus willkommen geheißen. Danach gingen alle Schüler in ihren Klassenraum. Viele mussten erstmal noch die Bänke in den jeweiligen Klassenraum tragen, da diese über die Ferien in zwei der Klassenräume zusammengestellt wurden. Wir saßen mit den anderen Lehrern im Lehrerzimmer und warteten darauf mit Monsieur Woglo in den ersten Unterricht zu gehen. Auf Nachfrage teilte er uns mit, dass heute gar kein Unterricht stattfinde. Unser erster Schultag war damit irgendwie unspektakulärer als erwartet.

Aber am Dienstag ging es dann richtig los! Die erste Stunde hatten wir in der 5eB, also der 6. Klasse. Da das dritte Gebäude in Moment noch nicht fertig gestellt werden kann, weil dafür zurzeit kein Geld über ist, fehlen dort noch zwei Klassenräume und die beiden fünften und beiden sechsten Klassen müssen sich einen Klassenraum teilen. Für uns bedeutete das: Erste Unterrichtsstunde mit etwa 110 Schülern in der Klasse. Auch wenn es wirklich schwer war Ruhe in die Klasse zu bringen, haben viel Schüler wirklich gut mitgearbeitet. Wir haben, wie in allen darauffolgenden Stunden in den anderen Klassen auch, mit einer Wiederholung der Begrüßung angefangen. Als es darum ging zu sagen, wie alt man ist, waren wir doch sehr überrascht, dass einige Schüler/-innen der sechsten Klasse schon 17 Jahre alt sind, während ein Großteil 11 oder 12 Jahre alt ist. Dementsprechend unterrichten wir in den höheren Stufen auch eher Schüler/-innen, die schon älter als wir sind, was die Sache nicht unbedingt einfacher gestaltet. Auch unser (noch nicht überzeugend vorhandenes) Französisch steht uns in Moment noch ziemlich im Weg während des Unterrichts. Trotzdem haben die Stunden in allen Klassen besser funktioniert als erwartet, auch wenn die meisten Schüler über die Ferien leider wirklich einen Großteil vergessen haben, aber vielleicht kommt das ja wieder.

 

Trotz der vielen positiven Eindrücke, die ich in dieser Woche schon von den Lehrern und der Schule bekommen habe, gibt es auch einige Dinge, die mich überrascht haben, einfach anders sind als ich es aus Deutschland gewöhnt bin und zum Teil auch sehr befremdlich und schwer nachvollziehbar für mich sind. Die erste Situation ergab sich direkt am ersten Tag während des Gottesdienstes. Nachdem der Pastor seine Worte an die Schüler gerichtet hatte, trat noch ein Lehrer vor die Schüler. Er ermahnte sie eindringlich zu Ordnung und Disziplin. Er wies sie darauf hin, dass es sich beim Collège Protestant um eine christliche Schule handle und die Schüler sich dementsprechend auch zu verhalten hätten. Daraufhin forderte er drei Schülerinnen auf sich vor die gesamten Schüler zu stellen. Die Drei fühlten sich sichtlich unwohl und der Lehrer begann an ihrem Beispiel aufzuzeigen, was beispielsweise nicht geduldet wird. Wir haben zunächst gar nicht verstanden, wo gerade das Problem lag. Deswegen fragten wir Monsieur Woglo, der uns daraufhin erklärte, dass das Problem die Haare der Schülerinnen seien. An fast allen Schulen in Togo ist es nicht erlaubt lange Haare zu tragen. Die eine Schülerin trug zu einem Zopf gebundene Rasterlocken, die anderen beiden trugen ihre Haare relativ kurz, aber wohl nicht kurz genug. Für mich ist und war das Grundproblem an den langen Haaren zwar nicht zu erkennen, aber ich bin es aus Deutschland auch einfach anders gewohnt. Letztendlich wurden sie mit der Aufforderung, ihre Haare bis zum nächsten Gottesdienst kurz zu schneiden, wie es auch alle anderen tragen, wieder zurück in die Schülerschaft entlassen. Am darauffolgenden Tag eine ähnliche Situation. Wir saßen bei Monsieur Woglo im Deutschunterricht der 1er, als Monsieur Alotsi zur Tür herein kam. Wie des Öfteren während der ersten Schulwoche, wurde der Unterricht für einen kurzen Appell an die Schüler unterbrochen. Zunächst machte Monsieur Alotsi der Klasse deutlich, dass sie als die Ältesten eine Vorbildfunktion für die Kleineren hätten und dass er von allen Schülern Pünktlichkeit und Disziplin erwarte. Ich hoffe der Appell an die Pünktlichkeit bewirkt wenigstens ein bisschen etwas, da bei unserer ersten Unterrichtsstunde, die auch generell die erste Stunde des Tages war, ein Viertel der Klasse in den folgenden 20 Minuten nach Unterrichtbeginn nach und nach erst eingetroffen war, was das Unterrichten zusätzlich erschwerte. Danach wurde noch einmal auf die vorgeschriebene Frisur eingegangen und dann pickte er sich einen Jungen aus der Klasse aus, dessen Ärmel der Uniform leicht eingerissen war. Daraufhin wurde dem Schüler vor der ganzen Klasse lautstark und mit deutlichen Worten klar gemacht, dass man so etwas hier nicht sehen wolle und wenn das Hemd bis Montag nicht repariert sei, würde er das Hemd persönlich ganz auseinanderreißen.

Auch wenn das Ende jetzt leider doch eher negativ ausgefallen ist, behaltet bitte nicht nur das im Gedächtnis. Das ist nur ein sehr kleiner Aspekt neben vielen positiven Dingen, den ich aber trotzdem mal benennen wollte.

 

Ankunft in Notsé

Autor: LauraHartmann | Datum: 23 September 2017, 16:51 | 0 Kommentare

Ndo, bonsoir bzw. guten Tag!

Auch wenn ich mich vermutlich nie daran gewöhnen werde, sagt man hier ab 12 Uhr mittags „bonsoir“, obwohl es übersetzt eigentlich „Guten Abend“ heißen würde.

Mittlerweile sind wir schon fast drei Wochen in Notsé und es kommt mir definitiv noch nicht solange vor. Wir sind letztendlich nur einen Tag später als geplant abgeholt worden und nach Notsé gefahren. Nachdem wir um halb zehn angerufen wurden, um zu erfahren, dass es in einer halben Stunde losgehen sollte, und wir hastig aber schließlich doch pünktlich unsere Koffer wieder gepackt hatten, verbrachten wir die nächsten sechs Stunden damit, darauf zu warten abgeholt zu werden. Abgeholt wurden wir dann von Albert, der wie wir mit seiner Familie auf dem CEPRODED-Gelände der EEPT wohnt. CEPRODED ist die Abkürzung für „Centre Protestant pour le developpement durable“, aber darauf werde ich in einem späteren Blogeintrag nochmal eingehen. Nach der zweistündigen Fahrt wurden wir dann netterweise bei Albert zum Essen eingeladen und lernten auch Donata, die Leiterin des Geländes, kennen. Es gab Reis mit Chilisoße und Fisch. Das scharfe Essen zudem es oftmals Fisch gibt, der leider auch nicht zu meinen Lieblingsmahlzeiten gehört, macht mir in Moment doch noch zu schaffen. Ich hoffe ich gewöhne mich im Laufe des Jahres noch an die Schärfe, dass mit dem Fisch sieht da schon schwieriger aus. Aber wer weiß, vielleicht werde ich ja noch zur richtigen Fischesserin hier..?

 

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir dann erstmal ohne Internet, was an sich ja kein Weltuntergang ist, aber der Grund dafür, den Albert uns irgendwann mittteilte, überraschte uns dann doch: Da zu der Zeit Demonstrationen der Opposition in Lomé stattgefunden haben und die Regierung einer medialen Verbreitung entgegenwirken wollte, wurde kurzer Hand überall im Land das mobile Netz ausgeschaltet. Ich persönlich finde es schon erschreckend, dass die Regierung überhaupt die Möglichkeit für eine solche Konsequenz hat. Leider ist es schwer sich weiter darüber zu informieren, da man häufig nur sehr knapp gehaltene französische Nachrichten zu diesem Thema findet und es zudem für mich sehr schwierig ist, diese zu verstehen. Deswegen möchte ich diesen Absatz lieber so stehen lassen als etwas Falsches wiederzugeben. Mittlerweile funktioniert es aber die meiste Zeit wieder ganz gut, so dass wir unsere zahlreichen Vokabelfragen, die wir tagtäglich haben, auch beantworten können. Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag schon Anfang der Woche hochladen, aber weil wir erneut keine Internetverbindung hatten, kommt er jetzt ein bisschen später.

 

Da in Moment noch Schulferien sind, verbringen wir einen Großteil der Zeit damit, Vokabeln zu lernen, die Gegend ein bisschen kennenzulernen und einkaufen zu gehen. Das Einkaufen und Kochen stellt uns hier zurzeit doch noch vor eine gewisse Herausforderung. Anders als in Deutschland, können wir hier nicht zweimal am Tag Brot mit Aufstrich essen, wie ich es eigentlich gewohnt bin, sondern kochen tatsächlich zwei Mal am Tag. Da wir noch nicht wirklich togolesisch kochen können, müssen wir in Moment uns bekannte deutsche Gerichte auf die Zutaten ummünzen, die man hier so bekommt. Da wir das dann aber doch häufig eher spontan machen, laufen wir eigentlich mindestens jeden zweiten Tag los, um noch etwas einzukaufen. Einkaufen gehen wir hier überwiegend an kleinen Ständen am Straßenrand oder auf dem Markt. Davon gibt es hier zwei verschiedene, einen großen am Samstag und einen kleineren an den verbleibenden Tagen. Dort bekommt man alles, angefangen von Kleidung und anderen Textilien über Schulsachen, Gemüse und Obst bis hin zu Eiern und Fisch. Wenn man etwas kaufen möchte, wird hier nicht nach der Stückzahl gefragt, sondern nach dem Geld welches man bezahlen möchte. Zum Beispiel kostet ein Haufen Tomaten (entspricht ca. 10-15 Cocktailtomaten) 100Franc, wenn man dann gefragt wird, wie viel man haben möchte, sagt man beispielsweise, dass man Tomaten für 200Franc haben möchte und nicht, dass man 2 Haufen haben möchte. Das ist für uns noch sehr ungewohnt und auch nicht so ganz einfach, weil wir uns mit den Preisen noch nicht gut auskennen – aber es funktioniert dann letztendlich auch über die Stückzahl.

 

Da eigentlich nur in der Schule Französisch gesprochen wird und ansonsten Ewe, bekommen wir seit einer Woche Eweunterricht von Kudzo, dem Schuldirektor des Collège Protestant. Dort haben wir schon einige Grundlagen wie das Begrüßen, das Vorstellen, die Zahlen und wichtige Sätze für das Einkaufen auf dem Markt gelernt. Auch wenn der Unterricht ein bisschen schleppend läuft, da die Schule nächste Woche Montag wieder anfängt und Kudzo während unseres Unterrichts dementsprechend noch recht viele Gespräche führen muss, bin ich sehr froh, dass er sich trotzdem die Zeit nimmt. Unsere erste Unterrichtsstunde haben wir beispielsweise nur damit verbracht das Ewe-Alphabet zu lernen. Im Gegensatz zum deutschen Alphabet hat es 30 Buchstaben, von denen sich viele unglaublich ähnlich anhören. Dementsprechend schwer ist es uns gefallen, die Buchstaben unterschiedlich und dazu noch richtig auszusprechen. Letztendlich hat es nach zwei Stunden üben aber doch ganz gut funktioniert, nur der Unterschied zwischen der Aussprache von v, Ñ und w ist mir immer noch schleierhaft.. Trotzdem ist es schön, neben dem Französischen zusätzlich noch ein bisschen die Landessprache zu lernen.

 

Das war jetzt erst einmal ein kleiner Einblick aus Notsé und ich denke, dass ich schon bald von meinen ersten Erfahrungen im Schulalltag berichten werde. Ich freue mich wirklich schon sehr darauf, auch wenn es bestimmt nicht einfach wird!

 

Lomé: Die erste Woche

Autor: LauraHartmann | Datum: 04 September 2017, 22:42 | 2 Kommentare

Angekommen sind wir hier nun vor genau einer Woche und seitdem ist auch schon viel passiert und ich hoffe ich kann euch einen kleinen Einblick verschaffen.

Beim Flug hat bis auf 1 ½ Stunden Verspätung alles super funktioniert und wir hatten weder Schwierigkeiten mit dem Visum noch mit dem Gepäck. Abgeholt wurden wir von Emmanuel Amega, dem Hauptbuchhalter der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT), der sich den Großteil dieser Woche um uns gekümmert und auch verpflegt hat. Untergebracht sind wir zurzeit  in einem Raum mit Bad auf dem Gelände der EEPT. Da wir aber keine Küche haben, können wir uns dementsprechend leider eher schlecht selbst verpflegen.

Eigentlich sollten wir heute weiter nach Notsé reisen, was aber nun doch weiter nach hinten verschoben wurde, weil die Wohnung, in der wir unterkommen werden, zurzeit noch gestrichen wird. Auch wenn die Woche hier schön war, hatten wir uns doch gefreut, endlich unsere Koffer auspacken zu können – das muss jetzt wohl noch warten.

 

Naja, aber jetzt erst einmal von Anfang an:

Abgeholt wurden wir wie gesagt von Herrn Amega. Mit vier großen sowie zwei kleinen Koffern und uns Drein ging es dann in seinem alten 2-Türer vom Flughafen zu Unterkunft. Das war zwar schon ein wenig eng, aber letztendlich auch kein Problem und so lagen wir um drei Uhr deutscher beziehungsweise ein Uhr togolesischer Zeit, erschöpft aber glücklich in unseren Betten.

 

Da wir momentan keine Aufgabe hier haben und dementsprechend recht wenig zu tun haben, gucken wir uns viel in der Stadt um und machen kleine, aber doch wichtige Erledigungen zusammen mit Emmanuel, wie beispielsweise eine neue SIM-Karte kaufen. Wenigstens bleibt uns so aber genug Zeit um Vokabeln zu lernen. Die Verständigung mit den Einheimischen verläuft doch noch sehr schleppend, weil doch sehr schnell und, unserem Empfinden nach, auch sehr undeutlich gesprochen wird, so dass mir das Verstehen in Moment doch noch sehr schwer fällt und auch für viele Antworten fehlen mir doch noch einige Vokabeln.

 

Am Freitag waren wir auf eine kleine Abschiedsfeier eines Schweizer Ehepaars eingeladen, welches für ein Jahr in Togo gelebt und gearbeitet hat. Das war für uns eine gute Gelegenheit sich mal mehr mit den Einheimischen zu unterhalten. Mit vielen haben wir auf Englisch geredet, weil es wie gesagt in Moment noch sehr schwierig ist eine Konversation auf Französisch zu führen. Ein paar der Gäste haben sich aber auf Nachfrage auch sehr viel Mühe gegeben, langsam mit uns Französisch zu reden und das Ganze zu Not für uns nochmal ins Englische zu übersetzen, so dass es am Ende doch auch auf Französisch einigermaßen gut funktioniert hat.

 

Gestern haben wir dann das erste Mal am Gottesdienst teilgenommen. Dafür hat uns Thèrese, Emmanuels Frau, extra traditionelle Kleider geschneidert. Obwohl wir den französischen Gottesdient besucht haben und nicht den auf Ewe, haben wir kaum etwas verstanden. Nicht nur sprachlich, sondern auch vom Ablauf und wer gerade zur Gemeinde gesprochen hat. Glücklicherweise haben die beiden Schweizer auch den Gottesdienst besucht und konnten uns danach ein paar Sachen erklären. Beispielsweise, dass man bei der Kollekte in einer bestimmten Reihenfolge nach vorne geht. Alle die an einem Montag geboren wurden, gehen als erstes nach vorne, danach alle die an einem Dienstag geboren wurden und so weiter. Das mag zunächst einmal etwas seltsam klingen, aber hier haben die Wochentage, an denen man geboren wurde, eine größere Bedeutung. So wird man unter anderem nach dem Wochentag benannt, an dem man geboren wurde.

Ich wurde an einem Mittwoch geboren, deswegen ist mein „Ewe-Name“ Aku. Da Hanna auch an einem Mittwoch geboren wurde , aber ein bisschen jünger ist als ich, bin ich Akuga ( der „große Mittwoch“) und sie Akuwi ( der „kleine Mittwoch“).

 

Nachmittags waren wir mit den beiden noch beim << GRANDE CONCERT CHORAL>> im  Palais des Congres de Lomé. Wie der Name schon verrät haben dort mehrere Chöre auf der Bühne gesungen und sich präsentiert. Was für uns sehr verwunderlich war, war, dass auf einmal auch ein Priester mit auf der Bühne stand und eine Gesangs- und Tanzeinlage gezeigt hat. Es war wirklich sehr interessant auch das Publikum zu beobachten, vor allen Dingen am Anfang saßen nur wenige auf den Plätzen, die meisten haben mitgetanzt und es war insgesamt eine sehr ausgelassene Stimmung im Saal.

 

Das war’s erstmal von mir und ich hoffe der nächste Eintrag kommt dann aus Notsé!