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Ankunft in Notsé

Autor: LauraHartmann | Datum: 23 September 2017, 16:51 | 1 Kommentare

Ndo, bonsoir bzw. guten Tag!

Auch wenn ich mich vermutlich nie daran gewöhnen werde, sagt man hier ab 12 Uhr mittags „bonsoir“, obwohl es übersetzt eigentlich „Guten Abend“ heißen würde.

Mittlerweile sind wir schon fast drei Wochen in Notsé und es kommt mir definitiv noch nicht solange vor. Wir sind letztendlich nur einen Tag später als geplant abgeholt worden und nach Notsé gefahren. Nachdem wir um halb zehn angerufen wurden, um zu erfahren, dass es in einer halben Stunde losgehen sollte, und wir hastig aber schließlich doch pünktlich unsere Koffer wieder gepackt hatten, verbrachten wir die nächsten sechs Stunden damit, darauf zu warten abgeholt zu werden. Abgeholt wurden wir dann von Albert, der wie wir mit seiner Familie auf dem CEPRODED-Gelände der EEPT wohnt. CEPRODED ist die Abkürzung für „Centre Protestant pour le developpement durable“, aber darauf werde ich in einem späteren Blogeintrag nochmal eingehen. Nach der zweistündigen Fahrt wurden wir dann netterweise bei Albert zum Essen eingeladen und lernten auch Donata, die Leiterin des Geländes, kennen. Es gab Reis mit Chilisoße und Fisch. Das scharfe Essen zudem es oftmals Fisch gibt, der leider auch nicht zu meinen Lieblingsmahlzeiten gehört, macht mir in Moment doch noch zu schaffen. Ich hoffe ich gewöhne mich im Laufe des Jahres noch an die Schärfe, dass mit dem Fisch sieht da schon schwieriger aus. Aber wer weiß, vielleicht werde ich ja noch zur richtigen Fischesserin hier..?

 

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir dann erstmal ohne Internet, was an sich ja kein Weltuntergang ist, aber der Grund dafür, den Albert uns irgendwann mittteilte, überraschte uns dann doch: Da zu der Zeit Demonstrationen der Opposition in Lomé stattgefunden haben und die Regierung einer medialen Verbreitung entgegenwirken wollte, wurde kurzer Hand überall im Land das mobile Netz ausgeschaltet. Ich persönlich finde es schon erschreckend, dass die Regierung überhaupt die Möglichkeit für eine solche Konsequenz hat. Leider ist es schwer sich weiter darüber zu informieren, da man häufig nur sehr knapp gehaltene französische Nachrichten zu diesem Thema findet und es zudem für mich sehr schwierig ist, diese zu verstehen. Deswegen möchte ich diesen Absatz lieber so stehen lassen als etwas Falsches wiederzugeben. Mittlerweile funktioniert es aber die meiste Zeit wieder ganz gut, so dass wir unsere zahlreichen Vokabelfragen, die wir tagtäglich haben, auch beantworten können. Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag schon Anfang der Woche hochladen, aber weil wir erneut keine Internetverbindung hatten, kommt er jetzt ein bisschen später.

 

Da in Moment noch Schulferien sind, verbringen wir einen Großteil der Zeit damit, Vokabeln zu lernen, die Gegend ein bisschen kennenzulernen und einkaufen zu gehen. Das Einkaufen und Kochen stellt uns hier zurzeit doch noch vor eine gewisse Herausforderung. Anders als in Deutschland, können wir hier nicht zweimal am Tag Brot mit Aufstrich essen, wie ich es eigentlich gewohnt bin, sondern kochen tatsächlich zwei Mal am Tag. Da wir noch nicht wirklich togolesisch kochen können, müssen wir in Moment uns bekannte deutsche Gerichte auf die Zutaten ummünzen, die man hier so bekommt. Da wir das dann aber doch häufig eher spontan machen, laufen wir eigentlich mindestens jeden zweiten Tag los, um noch etwas einzukaufen. Einkaufen gehen wir hier überwiegend an kleinen Ständen am Straßenrand oder auf dem Markt. Davon gibt es hier zwei verschiedene, einen großen am Samstag und einen kleineren an den verbleibenden Tagen. Dort bekommt man alles, angefangen von Kleidung und anderen Textilien über Schulsachen, Gemüse und Obst bis hin zu Eiern und Fisch. Wenn man etwas kaufen möchte, wird hier nicht nach der Stückzahl gefragt, sondern nach dem Geld welches man bezahlen möchte. Zum Beispiel kostet ein Haufen Tomaten (entspricht ca. 10-15 Cocktailtomaten) 100Franc, wenn man dann gefragt wird, wie viel man haben möchte, sagt man beispielsweise, dass man Tomaten für 200Franc haben möchte und nicht, dass man 2 Haufen haben möchte. Das ist für uns noch sehr ungewohnt und auch nicht so ganz einfach, weil wir uns mit den Preisen noch nicht gut auskennen – aber es funktioniert dann letztendlich auch über die Stückzahl.

 

Da eigentlich nur in der Schule Französisch gesprochen wird und ansonsten Ewe, bekommen wir seit einer Woche Eweunterricht von Kudzo, dem Schuldirektor des Collège Protestant. Dort haben wir schon einige Grundlagen wie das Begrüßen, das Vorstellen, die Zahlen und wichtige Sätze für das Einkaufen auf dem Markt gelernt. Auch wenn der Unterricht ein bisschen schleppend läuft, da die Schule nächste Woche Montag wieder anfängt und Kudzo während unseres Unterrichts dementsprechend noch recht viele Gespräche führen muss, bin ich sehr froh, dass er sich trotzdem die Zeit nimmt. Unsere erste Unterrichtsstunde haben wir beispielsweise nur damit verbracht das Ewe-Alphabet zu lernen. Im Gegensatz zum deutschen Alphabet hat es 30 Buchstaben, von denen sich viele unglaublich ähnlich anhören. Dementsprechend schwer ist es uns gefallen, die Buchstaben unterschiedlich und dazu noch richtig auszusprechen. Letztendlich hat es nach zwei Stunden üben aber doch ganz gut funktioniert, nur der Unterschied zwischen der Aussprache von v, Ñ und w ist mir immer noch schleierhaft.. Trotzdem ist es schön, neben dem Französischen zusätzlich noch ein bisschen die Landessprache zu lernen.

 

Das war jetzt erst einmal ein kleiner Einblick aus Notsé und ich denke, dass ich schon bald von meinen ersten Erfahrungen im Schulalltag berichten werde. Ich freue mich wirklich schon sehr darauf, auch wenn es bestimmt nicht einfach wird!

 

Lomé: Die erste Woche

Autor: LauraHartmann | Datum: 04 September 2017, 22:42 | 3 Kommentare

Angekommen sind wir hier nun vor genau einer Woche und seitdem ist auch schon viel passiert und ich hoffe ich kann euch einen kleinen Einblick verschaffen.

Beim Flug hat bis auf 1 ½ Stunden Verspätung alles super funktioniert und wir hatten weder Schwierigkeiten mit dem Visum noch mit dem Gepäck. Abgeholt wurden wir von Emmanuel Amega, dem Hauptbuchhalter der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT), der sich den Großteil dieser Woche um uns gekümmert und auch verpflegt hat. Untergebracht sind wir zurzeit  in einem Raum mit Bad auf dem Gelände der EEPT. Da wir aber keine Küche haben, können wir uns dementsprechend leider eher schlecht selbst verpflegen.

Eigentlich sollten wir heute weiter nach Notsé reisen, was aber nun doch weiter nach hinten verschoben wurde, weil die Wohnung, in der wir unterkommen werden, zurzeit noch gestrichen wird. Auch wenn die Woche hier schön war, hatten wir uns doch gefreut, endlich unsere Koffer auspacken zu können – das muss jetzt wohl noch warten.

 

Naja, aber jetzt erst einmal von Anfang an:

Abgeholt wurden wir wie gesagt von Herrn Amega. Mit vier großen sowie zwei kleinen Koffern und uns Drein ging es dann in seinem alten 2-Türer vom Flughafen zu Unterkunft. Das war zwar schon ein wenig eng, aber letztendlich auch kein Problem und so lagen wir um drei Uhr deutscher beziehungsweise ein Uhr togolesischer Zeit, erschöpft aber glücklich in unseren Betten.

 

Da wir momentan keine Aufgabe hier haben und dementsprechend recht wenig zu tun haben, gucken wir uns viel in der Stadt um und machen kleine, aber doch wichtige Erledigungen zusammen mit Emmanuel, wie beispielsweise eine neue SIM-Karte kaufen. Wenigstens bleibt uns so aber genug Zeit um Vokabeln zu lernen. Die Verständigung mit den Einheimischen verläuft doch noch sehr schleppend, weil doch sehr schnell und, unserem Empfinden nach, auch sehr undeutlich gesprochen wird, so dass mir das Verstehen in Moment doch noch sehr schwer fällt und auch für viele Antworten fehlen mir doch noch einige Vokabeln.

 

Am Freitag waren wir auf eine kleine Abschiedsfeier eines Schweizer Ehepaars eingeladen, welches für ein Jahr in Togo gelebt und gearbeitet hat. Das war für uns eine gute Gelegenheit sich mal mehr mit den Einheimischen zu unterhalten. Mit vielen haben wir auf Englisch geredet, weil es wie gesagt in Moment noch sehr schwierig ist eine Konversation auf Französisch zu führen. Ein paar der Gäste haben sich aber auf Nachfrage auch sehr viel Mühe gegeben, langsam mit uns Französisch zu reden und das Ganze zu Not für uns nochmal ins Englische zu übersetzen, so dass es am Ende doch auch auf Französisch einigermaßen gut funktioniert hat.

 

Gestern haben wir dann das erste Mal am Gottesdienst teilgenommen. Dafür hat uns Thèrese, Emmanuels Frau, extra traditionelle Kleider geschneidert. Obwohl wir den französischen Gottesdient besucht haben und nicht den auf Ewe, haben wir kaum etwas verstanden. Nicht nur sprachlich, sondern auch vom Ablauf und wer gerade zur Gemeinde gesprochen hat. Glücklicherweise haben die beiden Schweizer auch den Gottesdienst besucht und konnten uns danach ein paar Sachen erklären. Beispielsweise, dass man bei der Kollekte in einer bestimmten Reihenfolge nach vorne geht. Alle die an einem Montag geboren wurden, gehen als erstes nach vorne, danach alle die an einem Dienstag geboren wurden und so weiter. Das mag zunächst einmal etwas seltsam klingen, aber hier haben die Wochentage, an denen man geboren wurde, eine größere Bedeutung. So wird man unter anderem nach dem Wochentag benannt, an dem man geboren wurde.

Ich wurde an einem Mittwoch geboren, deswegen ist mein „Ewe-Name“ Aku. Da Hanna auch an einem Mittwoch geboren wurde , aber ein bisschen jünger ist als ich, bin ich Akuga ( der „große Mittwoch“) und sie Akuwi ( der „kleine Mittwoch“).

 

Nachmittags waren wir mit den beiden noch beim << GRANDE CONCERT CHORAL>> im  Palais des Congres de Lomé. Wie der Name schon verrät haben dort mehrere Chöre auf der Bühne gesungen und sich präsentiert. Was für uns sehr verwunderlich war, war, dass auf einmal auch ein Priester mit auf der Bühne stand und eine Gesangs- und Tanzeinlage gezeigt hat. Es war wirklich sehr interessant auch das Publikum zu beobachten, vor allen Dingen am Anfang saßen nur wenige auf den Plätzen, die meisten haben mitgetanzt und es war insgesamt eine sehr ausgelassene Stimmung im Saal.

 

Das war’s erstmal von mir und ich hoffe der nächste Eintrag kommt dann aus Notsé!